DemenzNetz

Eine Gesellschaft des langen Lebens geht mit der Zunahme der Demenzerkrankungen einher. Demenz ist dabei keine rein medizinisch-pflegerische Aufgabe, sondern wir müssen als Gesellschaft lernen, dass Menschen mit Demenz einen Platz in unserer Mitte behalten. Das stellt auch die Kommunen vor die Herausforderung, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz zu verbessern und sie am gesellschaftlichen Leben teil haben zu lassen. Das Bündnis Familie Bad Oeynhausen e.V. will sich dieser Herausforderung stellen und hat deshalb eine Kooperation mit dem DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke vereinbart, um die Stadt Bad Oeynhausen demenzfreundlicher zu gestalten. Ein besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, wie Kinder und Jugendliche Demenz erleben. Man will bei ihnen Verständnis für die Erkrankung und Wertschätzung im Umgang mit dem Menschen mit Demenz wecken.

 

„Der Ausbau von professionellen Hilfestrukturen ist wichtig!“, erläutert Hartmut Emme von der Ahe vom DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke. „Wir haben im DemenzNetz Kreis Minden-Lübbecke einen stetig wachsenden Zusammenschluss von vielen Initiativen, Diensten und Einrichtungen, die Unterstützung für Menschen mit Demenz und ihre Familien anbieten.  So können professionelle Hilfen durch gute Beratung vermittelt werden. Daneben braucht es aber auch ein bürgerschaftliches Engagement, damit die Menschen mit Demenz in ihrer Stadt einbezogen werden und  sie dazu gehören.“ Es war naheliegend, gemeinsam mit dem Bündnis Familie Bad Oeynhausen an diesem Ziel zu arbeiten. Jetzt wurde eine Kooperationsvereinbarung unterzeichnet.

 

„Wir wollen Angebote machen, um Familien zu stärken, die einen Menschen mit Demenz betreuen. Kinder und Jugendliche sind im Zusammenhang mit Demenz ja nicht sofort im Blickfeld, und doch sind sie in den Familien von der Erkrankung mit betroffen und nicht selten auch Teil der familiären Unterstützung. Sie benötigen altersgerechte Informationen zur Demenzerkrankung und können dann auch wertschätzend mit dem Erkrankten umgehen.“, so Elvira Wehrhahn, erste Vorsitzende von Bündnis für Familie Bad Oeynhausen. Die Kinder von heute seien ja die Entscheidungsträger und Gestalter der Gesellschaft von morgen. Es sei heute die Aufgabe unserer Generation, sie zu unterstützen, damit sie in Zukunft gut für unsere Gesellschaft sorgen können.

 

„Es ist gut, wenn schon in Kindergarten und Schule darüber gesprochen wird, wenn ein Kind den Opa auf einmal ganz anders erlebt und sich über ihn wundert. Es gibt Kinder- und Jugendbücher, die sich mit dem Thema Demenz gut auseinandersetzen und bei Kindern Verständnis wecken. Wir wollen, dass diese Bücher bekannt werden und auch in unserer Stadtbücherei auszuleihen sind“, sagt Ursel Schellenberg, die als Koordinatorin im DemenzNetz viele Beratungsgespräche mit Familien führt und das Bündnis Familie Bad Oeynhausen vom DemenzNetz unterstützt.

 

Im Bündnis Familie Bad Oeynhausen wurden schon einige Veranstaltungen für 2014 geplant:

Eine Auftaktveranstaltung im Februar zum Thema: „Oma, das hast du mich doch schon zehnmal gefragt – Kinder und Jugendliche erleben Demenz“ mit Dr. Elisabeth Philipp-Metzen. Sie ist Gerontologin und Sozialpädagogin mit langjähriger Erfahrung in der ambulanten und stationären Versorgung von Menschen mit Demenz und im Schul- und Bildungsbereich mit jungen Menschen.

 

Des Weiteren wird im Frühjahr eine viertägige Weiterbildung für Vorschulpädagogen aus Bad Oeynhausen angeboten, in der sie die Spielmodulreihe KIDZELN kennen- und anwenden lernen. Häufig benötigen Pädagogen selber erst einmal Hintergrundwissen über das Krankheitsbild und die Situation pflegender Angehöriger. Zusätzlich benötigen sie kindgerechte Materialien für ihre pädagogische Arbeit.

Durch das Bündnis Familie Bad Oeynhausen konnte verschiedene Bücher angeschafft werden, die Kindern das Thema Demenz altersgerecht vermitteln.